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Natürliche Farbstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln
Wie wir Farbe, Geschmack und Stabilität zusammenbringen
Themen wie Clean Label, natürliche Farbstoffe und färbende Lebensmittel stehen aktuell bei vielen Anfragen für Nahrungsergänzungsmittel, die uns erreichen, ganz oben auf der Wunschliste. In der Produktentwicklung kommen dann die eigentlichen Fragen auf: Wie bleibt das Produkt farbstabil? Wie verhindern wir Eigengeschmack? Und wie sorgen wir dafür, dass das Pulver nicht verklumpt?
In diesem Beitrag zeigen wir dir, welche natürlichen Farben und färbenden Lebensmittel es gibt, und vor allem, welche Lösungen sich in der Praxis bewährt haben.
Warum natürliche Farbstoffe
gefragter denn je sind
Verbraucher achten heute deutlich stärker darauf, womit Produkte gefärbt werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Hersteller: Produkte sollen natürlich wirken, optisch überzeugen und sich technisch zuverlässig produzieren lassen.
So sehen natürliche Farbstoffe in unseren White-Label-Produktkonzepten aus
Wir entwickeln regelmäßig marktfertige Konzepte mit natürlichen Farbstoffen und färbenden Lebensmitteln.
Die folgenden Beispiele zeigen, dass natürliche Farbstoffe heute in unterschiedlichsten Darreichungsformen funktionieren – vorausgesetzt, Rezeptur, Rohstoff und Verarbeitung werden gemeinsam gedacht.
- Ballaststoffdrink mit Matcha: in natürlich grüner Farbgebung.
- Casein-Drink Heidelbeer-Vanille mit Ube: intensive violette Farbgebung passend zum Aroma.
- Eisen-Direktstick Granatapfel: gefärbt mit Rote-Beete-Wurzelpulver.
- Blue Rush Sports Drink Beere-Ananas: natürliche Power in auffälligem Blau.
- Vitamin-B-Komplex-Lutschtabletten Limette-Yuzu: mit einer Kombination natürlich färbender Lebensmittel umgesetzt.
Natürliche Farbstoffe oder färbende Lebensmittel
Wo liegt der Unterschied?
Natürliche Farbstoffe:
- Herstellung: Aufkonzentrierte Extrakte eines einzelnen Stoffes
- Kennzeichnung: Meist mit E-Nummer
- Beispiele: Kurkumin (E100), Beta-Carotin (E160a), Chlorophyll (E140)
Färbende Lebensmittel:
- Herstellung: Aus Pflanzen, Früchten etc. durch Pressen, Trocknen oder Vermahlen
- Kennzeichnung: Keine E-Nummer, häufig Clean Label
- Beispiele: Matcha, blaue Spirulina, Ube, rote Beete

Warum Farbe mehr als Optik ist
Ein Produkt schmeckt oft schon, bevor man es probiert. Denn: Wer über einen Beeren-Drink spricht, erwartet meist automatisch Rot- oder Lilatöne in der Optik. Zitrone verbindet man direkt mit Gelb und Kiwi eher mit Grün. Diese Farbassoziationen beeinflussen demnach die Wiedererkennung des Aromas, die Wahrnehmung von Süße und Säure sowie die allgemeine Produktattraktivität.
Gleichzeitig nutzen viele Marken bewusst ungewöhnliche Farben – zum Beispiel kräftiges Blau – um Produkte im Regal oder auf Social Media stärker hervorzuheben.
Unsere Praxislösungen
Mit diesen natürlichen Farbstoffen und färbenden Lebensmitteln arbeiten wir
Je nach Geschmacksrichtung, Darreichungsform und Produktmatrix kommen bei uns unterschiedliche Rohstoffe zum Einsatz. Hier ein Überblick:

Beta-Carotin
Beta-Carotin (auch Provitamin A genannt) ist eine Vorstufe von Vitamin A, die in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten vorkommt. Beta-Carotin wird als natürlicher gelber bis oranger Farbstoff in Lebensmitteln eingesetzt. Es wird zum Beispiel zur Färbung von Produkten mit Vanille-, Zitronen oder Orangengeschmack verwendet.

Rote Beete
Bei der roten Beete handelt es sich um eine Pflanze deren Wurzelknolle innen rot ist. Zu Saft oder Pulver verarbeitet kann rote Beete als färbendes Lebensmittel verwendet werden. Sie eignet sich gut dazu Produkten mit Geschmacksrichtungen wie rote Früchte, Erdbeere oder Granatapfel die passende Farbe zu verleihen.

Matcha
Matcha, ein vermahlener Grüntee, den man in der japanischen Teezeremonie verwendet, ist mittlerweile seit Jahren im Hype. Aber nicht nur geschmacklich kann das Grünteepulver punkten, auch als färbendes Lebensmittel wird Matcha verwendet. Mit Matcha lassen sich hellgrüne Färbungen erzielen. Es eignet sich damit besonders zur Färbung bei den Geschmacksrichtungen grüner Apfel, Kiwi und Pistazie.

Spirulina
Spirulina wird aus den Cyanobakterien Arthrospira platensis oder Arthrospira maxima gewonnen. Sie dient als grünes Superfood in Greens und ist für deren Färbung verantwortlich. Ihr Grünton ist etwas dunkler als der von Matcha.
Da Spirulinapulver häufig Schwebeteilchen in Wasser bilden, ist das Pulver außerhalb von Greens zum Färben eher ungeeignet. Spirulinakonzentrate werden dagegen zum Beispiel in Mischungen natürlicher färbender Lebensmittel eingesetzt.

Blaue Spirulina
Auch die blaue Spirulina wird aus Arthrospira platensis oder Arthrospira maxima gewonnen. Im Gegensatz zur grünen Spirulina wird hier aber nicht die ganze Mikroalge verwendet, sondern gezielt das Phycocyanin extrahiert. Dieses sorgt für die typische blaue Färbung des Rohstoffs.

Ube
Ube ist eine violette Yamswurzel von den Philippinen und der neue Food Trend auf Social Media. Ube kommt beispielsweise in Süßspeisen, Gebäck und Getränken zum Einsatz. Die Farbe ist blau bis lila, was an den in der Wurzel enthaltenen Anthocyanen liegt. Damit eignet sich Ube zum Beispiel zur Färbung von Produkten mit der Geschmacksrichtung Blaubeere.
Mischungen natürlicher färbender Lebensmittel
Zwei Beispiele für neue einzigartige Farbtöne
Saflorkonzentrat + Zitronenkonzentrat:
- Farbwirkung: Hellgelb
- Passende Geschmacksrichtungen: Zitrone, Banane, Holunder
Karottenkonzentrat + Schwarze Johannisbeere:
- Farbwirkung: Rötlich
- Passende Geschmacksrichtungen: Kirsche, Himbeere, rote Früchte
Typische Herausforderungen
nach der Farbwahl

Herausforderung 1:
Die Farbe verändert sich
Die genau passende Farbe zu treffen, kann je nach Grundmatrix und gewünschter Farbgebung schwierig sein. So reagieren manche Farbstoffe unter anderem empfindlich auf pH-Werte, Säure, bestimmte andere Inhaltsstoffe oder spezifische Verarbeitungsschritte.
Unsere Lösung
Wir testen bereits während der Musterentwicklung verschiedene Varianten: Wenn nötig, passen wir die Dosierung an, kombinieren Farbstoffe, setzen alternative Rohstoffe ein und optimieren die Produktbasis.

Herausforderung 2:
Der Geschmack leidet
Färbende Lebensmittel bringen ihre eigenen Aromen mit, zum Beispiel schmeckt rote Beete in hohen Mengen leicht erdig und Spirulina eher algig. Das fällt allerdings vor allem bei höheren Konzentrationen auf.
Unsere Lösung
Wir testen die geringstmögliche Einsatzmenge, die den gewünschten Farbton erreicht, ohne den Geschmack negativ zu beeinflussen.

Herausforderung 3:
Pulver verklumpt
Ein oft unterschätztes Thema. Rote-Beete-Saftpulver kann beispielsweise hygroskopisch sein. Das kann je nach Einsatzmenge und der restlichen Zusammensetzung der Rezeptur gegebenenfalls zu einer Klumpenbildung im Pulver führen.
Unsere Lösung
Auch hier testen wir die geringstmögliche Einsatzmenge, die den gewünschten Farbton erreicht, ohne die Konsistenz negativ zu beeinflussen. Außerdem führt unser Laborteam Stabilitäts- und Verklumpungstests durch, um Probleme frühzeitig zu erkennen.
Warum Einkauf und Produktentwicklung Hand in Hand arbeiten müssen
Die beste Rezeptur nützt wenig, wenn der passende Rohstoff nicht zuverlässig verfügbar ist. Deshalb arbeiten bei Biohealth Einkauf und Produktentwicklung eng zusammen.
Unsere Einkaufsabteilung bewertet unter anderem die Rohstoffqualität, Verfügbarkeit, Lieferketten und Eignung für unterschiedliche Anwendungen. Besonders bei trendstarken Rohstoffen wie Matcha, Ube und blauer Spirulina ist eine vorausschauende Beschaffung entscheidend.
Häufige Fragen zu natürlichen Farbstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln
Welche natürliche Farbe sich eignet, hängt von der gewünschten Geschmacksrichtung, der Darreichungsform und der Produktmatrix ab. Für gelbe und orange Farbtöne wird häufig Beta-Carotin eingesetzt, während rote Beete intensive Rottöne liefert. Matcha sorgt für ein helles Grün, grüne Spirulina eignet sich besonders für Greens-Produkte und blaue Spirulina ermöglicht auffällige Blautöne. Ube bietet natürliche Blau- bis Violettnuancen. In der Produktentwicklung von Nahrungsergänzungsmitteln werden diese Rohstoffe oft auch miteinander kombiniert, um individuelle Farbtöne und eine optimale Stabilität zu erreichen.
Natürliche Farbstoffe können empfindlich auf äußere Einflüsse reagieren. Faktoren wie pH-Wert, Säure, Hitze, Licht oder bestimmte Inhaltsstoffe einer Rezeptur können dazu führen, dass sich der Farbton während der Herstellung oder Lagerung verändert. Deshalb reicht die Auswahl eines passenden Rohstoffs allein oft nicht aus. In der Produktentwicklung für White-Label-Nahrungsergänzungsmittel testen wir verschiedene Dosierungen, Rohstoffkombinationen und Rezepturanpassungen bereits in der Musterphase, um eine möglichst farbstabile Lösung bis zum Ende der Haltbarkeit sicherzustellen.
Ja. Als färbendes Lebensmittel bringt rote Beete neben ihrer intensiven roten Farbe auch einen charakteristischen Eigengeschmack mit. Besonders bei höheren Einsatzmengen kann dieser leicht erdig wahrgenommen werden. Deshalb achten wir bereits während der Entwicklung darauf, die geringstmögliche Dosierung zu wählen, die den gewünschten Farbton erreicht, ohne den Geschmack des Nahrungsergänzungsmittels negativ zu beeinflussen. So lassen sich natürliche Farben, Sensorik und Produktqualität optimal miteinander verbinden.
Klumpenbildung gehört zu den häufigsten Herausforderungen bei Pulverprodukten mit natürlichen Farben. Einige färbende Lebensmittel, zum Beispiel Rote-Beete-Pulver, sind hygroskopisch und können Feuchtigkeit aufnehmen. Das erhöht das Risiko, dass Pulver während der Lagerung verklumpen. Um dies zu vermeiden, stimmen wir Rohstoffauswahl, Dosierung und Rezeptur gezielt aufeinander ab. Zusätzlich führt unser Laborteam Stabilitäts- und Verklumpungstests durch, um potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und die Rezeptur für eine zuverlässige Produktion und Lagerfähigkeit zu optimieren.



